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Happy Burnout

Der als Burnout beschriebene Erschöpfungszustand ist zusammen mit Depressionen wohl das typischste seelische Leiden in unserer Gesellschaft. Bei André Erkaus dramatischer Komödie „Happy Burnout“ lässt bereits der widersprüchliche Titel erahnen, dass die Auseinandersetzung mit der Symptomatik nicht allzu erdenschwer ausfällt. Der „Tatort“-Ermittler und neue Old Shatterhand Wotan Wilke Möhring täuscht als Alt-Punk einen Burnout vor, um sich vor der Arbeitswelt zu drücken - und gewinnt bei einer stationären Therapie eine neue Sicht auf sein Lotterleben. Regisseur Erkau inszeniert aus der pfiffigen Idee eine kurzweilige Komödie, die zur Reflektion eines wichtigen Themas anregt.

ab 27.4. im atelier am bollwerk


Gimme Danger

Jim Jarmusch würdigt in seiner mitreißenden Musikdokumentation die Pionierleistung seiner Lieblingsband, The Stooges. Mit ihrem extrovertierten Frontmann Iggy Pop verschaffte die Band aus Ann Arbor, Michigan, bei ihren ersten Auftritten im Jahre 1967 dem Publikum ein völlig neues musikalisches Hörerlebnis. Die rohe Mischung aus Blues, R&B, Free Jazz und Rock war ebenso neu, wie die provokante Bühnenshow von Iggy Pop.  Jim Jarmusch hat nicht nur großartige 16mm-Aufnahmen aus der Frühzeit der Stooges gesammelt, sondern den Aufstieg und Fall der Vorläufer des Punk-Rocks mit originellen Filmzitaten gegengeschnitten. Vor allem beweist der Regisseur großes Verständnis für die Bedeutung der Stooges, der sich nicht in kommerziellem Erfolg widerspiegelt, sondern in dem Einfluss, den die Band bis heute auf viele Musikern der Subkultur-Szene hat.

ab 27.4. im Delphi Arthaus Kino


Der traumhafte Weg

Griechenland 1984. Kenneth, ein englischer Musiker, und Theres, eine junge Deutsche, singen auf der Straße, um sich ihre Ferien zu finanzieren. Sie lieben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass seine Mutter verunglückt ist, reist er überstürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewinnen, scheitert. 30 Jahre später, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschau-spielerin, löst sich in einer Krise von ihrem Mann, einem erfolgreichen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von seinem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwischen in Berlin lebt.

ab 27.4. im atelier am bollwerk

 

 


5 Frauen

Was als unbeschwertes Wochenende beginnt, wird zum Alptraum. Fünf Freundinnen sehen sich plötzlich mit der Vergangenheit und mit den Gespenstern ihrer Freundschaft konfrontiert. Olaf Kraemer, Schriftsteller und Drehbuchautor, hat für seine erste Regiearbeit ein Thrillerdrama gewählt, das weder inhaltlich noch inszenatorisch zu überzeugen vermag, auch wenn der Mut zur Kunst deutlich sichtbar wird. Wunderbare Bilder aus der französischen Provinz und eine insgesamt einfallsreiche Kameraarbeit können nicht dafür entschädigen, dass hier zu viel gewollt und zu wenig erreicht wird.

ab 4.5. im atelier am bollwerk


Einsamkeit und Sex und Mitleid

Mit seinem „Tatort - Kassensturz“ wurde Lars Montag für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, seine beiden „Kluftinger“-Krimis ernteten reichlich Lob. Nun also das Kino-Debüt, die Verfilmung des bitterbösen Bestsellers von Helmut Krausser. Der Coup gelingt: Das Episoden-Drama über die Liebe in neurotischen Zeiten erweist sich als clever konstruiert, mit visuellem Einfallsreichtum inszeniert sowie einem schillernden Figurenkarussell, das ein hochkarätiges Ensemble mit spürbarer Spielfreude zum Besten gibt. Umwerfend komisch, unheimlich traurig: Ein funkelnder Diamant des Arthaus-Kinos - zugleich ein flammendes Plädoyer für die dramatisch bedrohte Gourmet-Kultur der Wurstabschnitte.

ab 4.5. im Delphi Arthaus Kino


Victoria - Männer und andere Missgeschicke

Auch wenn der Titel „Victoria - Männer & Andere Missgeschicke“ auf eine sehr typische, sehr französische Komödie hindeutet: Justine Triets Film ist mehr, auch wenn nicht immer ganz klar wird, was. Elemente eines Dramas verbinden sich mit satirischen Momenten, auch Sex und die Liebe kommen nicht zu kurz, im Mittelpunkt steht dabei stets die vielschichtige, schwer zu fassende Titelfigur.

ab 4.5. im atelier am bollwerk


Berlin Rebel High School

Wenn es um das Bildungs- und Schulsystem geht, klingeln in Deutschland die Alarmglocken. Viele Eltern und Schüler sind frustriert und die Lehrer nur noch erschöpft. Doch in einem Berliner Hinterhof wird schon seit 1973 eine kleine Utopie gelebt, wird sich erfolgreich gegen das vorherrschende System behauptet: Die Schule für Erwachsenenbildung (SFE) ist eine Schule ohne Rektor und Noten. Stattdessen verwalten die Schüler ihre Ausbildung selbst, bezahlen ihre Lehrer aus eigener Tasche und stimmen über alle organisatorischen Fragen ab. Im Dokumentarfilm „Berlin Rebel High School“ von Alexander Kleider werden Alex, Lena und Hanil begleitet, die aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands kommen und mehrfache Schulabbrecher sind – und die an einem Ort ohne Mobbing und überhöhten Leistungsdruck endlich das Abitur schaffen wollen.

ab 11.5. im atelier am bollwerk


Rückkehr nach Montauk

Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård) reist zur Vorstellung seines neuen Werks „Jäger und Gejagte“ nach New York, begleitet von seiner Publizistin Lindsay (Isi Laborde-Edozien) und seine Lebensgefährtin Clara (Susanne Wolff), die in der PR-Agentur des Autors arbeitet. In seinem Buch erzählt Zorn vom Scheitern einer Liebe in New York vor 17 Jahren. Vor Ort versucht er über seinen alten Förderer und Mäzen Walter (Niels Arestrup), den er zufällig trifft, die Adresse seiner früheren Liebe Rebecca Epstein (Nina Hoss) zu erfahren. Rebecca, aus Ostdeutschland ausgewandert, ist inzwischen eine erfolgreiche Anwältin, will Max zunächst nicht treffen und lädt ihn dann doch zu einem gemeinsamen Tag in Montauk ein, einem malerischen kleinen Fischerstädtchen an der Spitze von Long Island. Max sagt zu, obwohl er vergeben ist…

ab 11.5. im atelier am bollwerk