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Der wunderbare Garten der Bella Brown

Ein Zauber liegt über diesem Film – als würde eine keltische Amelie ihr Feenreich entdecken. Doch Bella Brown hat außer der Frisur und dem träumerischen Blick wenig mit der fabelhaften Kultfigur gemeinsam. Zum Beispiel muss sie innerhalb von vier Wochen ihren verwilderten Garten kultivieren, sonst droht der Rausschmiss. Für ein Mädchen, das panische Angst vor der Natur hat, ist das eine echte Herausforderung. Doch glücklicherweise findet sie Helfer in der Not. Und manchmal werden aus Feinden sogar Freunde…
Das ist pures Kinovergnügen: Die märchenhafte Komödie von der Einzelgängerin, die das Leben lieben lernt, ist einfach entzückend!

ab 15.6. im atelier am bollwerk


Loving

Wie sehr der Wunsch zu heiraten auch politisch sein kann als Symbol der Gleichberechtigung, zeigt Jeff Nichols engagiertes Südstaatendrama "Loving". Heute kämpfen dafür homosexuelle Paare, Ende der 50er Jahre kämpfte das gemischtrassige Paar Mildred und Richard Loving, das im Mittelpunkt von Jeff Nichols Film steht. Ein berührender Film, der ganz unspektakulär die Welt der 60er Jahre im Süden der USA auferstehen läßt, aber ganz konkret zeigt, was es heißt, wenn ein intoleranter Staat das Leben einzelner Menschen bestimmen will. Für ihre Darstellung einer einfachen, aber starken schwarzen Frau war Ruth Negga für den Oscar nominiert als beste Hauptdarstellerin.

ab 15.6. im Delphi Arthaus Kino


Monsieur Pierre geht online

Regisseur Stéphane Robelin sorgt mit seiner neuen Liebes- und Verwechslungskomödie für gute Laune jenseits aller Altersgrenzen. Vor allem sein Hauptdarsteller Pierre Richard („Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“) ist ein wahrer Glücksgriff. Der Grandseigneur wandelt sich bei seinem Datingabenteuer in der Internetwelt vom griesgrämigen Witwer zum agilen Best-Ager auf Freiersfüßen. Nach Robelins heiteren, warmherzigen Film über eine eigenwillige Rentner-WG punktet sein Lustspiel erneut mit seiner präzisen Inszenierung und jeder Menge unverbrauchter Pointen.

ab 22.6. im atelier am bollwerk


Innen Leben

Ein alter Mann steht rauchend am Fenster. Zwei Mädchen streiten sich, wer als erste ins Badezimmer darf. Die Mutter bereitet das Frühstück zu. Und ein junges Paar betrachtet glücklich das schlafende Neugeborene. Doch das Bild trügt: Während die Wohnung ein sicherer Hafen für Familie und Nachbarn ist, tobt auf den Straßen ein unerbittlicher Kampf.

Bestürzend intensiv zieht der Berlinale-Publikumspreisgewinner den Zuschauer in die Wirklichkeit einfacher Menschen hinein, für die das einst traute Heim zum letzten Zufluchtsort wird und jede noch so kleine Entscheidung über Leben und Tod bestimmen kann. Innen Leben ist ein universelles, humanistisches und aufwühlendes Plädoyer von größter Dringlichkeit.

ab 22.6. im Delphi Arthaus Kino


Dries

Seit einigen Jahren betreiben immer mehr Modehäuser cineastische Imagepflege. Doch Regisseur Reiner Holzemers fesselnder Fashion-Dokumentarfilm über Dries van Noten ist mehr. Denn der Belgier aus Antwerpen unterscheidet sich eindeutig von den großen Labels, die um Aufmerksamkeit buhlen. Der Flame schaltet weder Werbung in großen Modezeitschriften und zählt zu den wenigen Luxusmodemarken, die keinem großen Konzern angehören. Gezielt widersetzt er sich dem Hype rund um Markenwerte. Dries Van Noten ist ein Modepoet, der mit seinen Kollektionen Geschichten erzählen will. Der spannende Blick hinter die Kulissen ist auch eine Feier der perfekten Handwerkskunst.

ab 29.6. im atelier am bollwerk


Sommerfest

Noch ein „Sommermärchen“ von Sönke Wortmann. Fußball spielt auch diesmal eine Rolle, vor allem aber handelt es sich um eine charmant-herzhafte Hommage an die Heimat. Die Liebeserklärung an den Ruhrpott wird verpackt in die Lovestory eines Schauspielers, der sich bei einer kurzen Heimkehr nach Bochum an die ganz großen Gefühle für seine Jugendliebe erinnert. Seine Beziehung in München ist längst ebenso in der Krise wie die Karriere. Höchste Zeit, auf den Reset-Knopf zu drücken, bevor das Leben noch länger ohne einen stattfindet! Nach Vorlage des Erfolgromans von Frank Goosen gelingt Wortmann ein sehr lässig erzählter Heimatfilm mit liebenswert ulkigen Figuren, reichlich Situationskomik sowie ziemlich cleverem Dialogwitz: „Kleine Haie“ lassen grüßen.

ab 29.6. im atelier am bollwerk


Die Erfindung der Wahrheit

Kaum ein Berufsstand wird so verachtet wie der der Lobbyisten, die gerade in der amerikanischen Hauptstadt Washington DC oft mehr Einfluss zu haben scheinen, als die eigentlichen Machthaber, die Politiker. In diesem Sumpf aus Interessen, Macht und Korruption ist John Maddens Politthriller „Die Erfindung der Wahrheit“ angesiedelt, der lange von seiner starken Hauptdarstellerin Jessica Chastain lebt, bevor er zu einem liberalen Fiebertraum wird.

ab 6.7. im Delphi Arthaus Kino


Ein Chancon für dich

Liliane (Isabelle Huppert) arbeitet in einer Pasteten-Fabrik und führt ein eintöniges Leben. Die Zeiten, in denen sie als Chanson-Sängerin „Laura“ noch große Erfolge feierte, sind längst vergessen und vorbei. Doch als sie Jean (Kévin Azaïs), einen 22-jährigen Boxer, kennenlernt, der in ihr den einstigen Star erkennt, ändert sich alles. Er verliebt sich in Liliane und überzeugt sie, dass es an der Zeit ist, ins Rampenlicht zurückzukehren.

In EIN CHANSON FÜR DICH spielt Isabelle Huppert (ELLE, ALLES WAS KOMMT) eine Frau, die ein Comeback wagt - auf der Bühne sowie in der Liebe. Die ergreifend-poetische Romanze von Regisseur Bavo Defurne wird stimmungsvoll untermalt mit der Musik von Pink Martini.

ab 6.7. im atelier am bollwerk


Ihre beste Stunde

Klug verpackt die dänische Regisseurin Lone Scherfing in ihr einmaliges, historisches Drama mit satirischen Screwball-Elementen eine Geschichte weiblicher Emanzipation. Basierend auf Lissa Evans' Roman „Their Finest Hour and a Half“ nutzt ihre Heldin im Kriegsjahr 1940 in London ihre Chance. Sie macht sich durch einen eigenen Job nicht nur unabhängig, sondern sorgt mit ihrer Arbeit dafür, dass Frauen auf der Leinwand nicht nur dekoratives, männliches Anhängsel sind. Etwas, das bis heute in Hollywoodfilmen immer noch nicht selbstverständlich ist. Gleichzeitig gönnt die ehemalige Dogma-Regisseurin („Italienisch für Anfänger“) ihrer wunderbaren Hauptdarstellerin Gemma Arterton eine bewegende Romanze.

ab 6.7. im atelier am bollwerk


Paris kann warten

Die Frau eines einflussreichen Hollywood-Produzenten kann nach dem Besuch der Filmfestspiele in Cannes ihren Mann nicht nach Budapest begleiten. Statt dessen chauffiert sie ein französischer Geschäftspartner ihres Mannes im Auto nach Paris. Eigentlich eine Fahrt von wenigen Stunden, doch der Charmeur und Lebemann hat es nicht eilig. Zu zahlreich sind die Versuchungen am Wegesrand, vom edlen Restaurant bis zur römischen Sehenswürdigkeit. Nicht zu vergessen seine schöne Beifahrerin, der er taktvoll den Hof macht. Regiedebüt von Eleanor Coppola, die diese Geschichte 2009 so oder ähnlich selbst mit ihrem Ehemann Francis Ford Coppola erlebt hat. Zum einen feiert der Film die Schönheit der Landschaft Südfrankreichs und französisches Savoir vivre, zum anderen geht es um die Selbstverwirklichung einer Frau, die trotz ihres Alters eine kleine Flucht wagt. Von Diane Lane in der Hauptrolle bezaubernd gespielt.

ab 13.7. im atelier am bollwerk


Zum verwechseln ähnlich

Paul und Sali sind ein glückliches Paar. Sie haben einen kleinen Blumenladen in Paris eröffnet und es gelingt ihnen sogar, Salis Familie, die aus dem Senegal stammt, mit hinreichend Traditionswahrung glücklich zu machen. Mehr als alles andere wünschen sie sich ein Kind, seit Jahren läuft der Adoptionsantrag. Eines Tages klingelt das Telefon: der kleine Benjamin könnte neue Eltern gebrauchen. Das Baby ist hinreißend: süß, pflegeleicht und – weiß! Paul und Sali sind auf den ersten Blick zwar etwas geplättet, doch sie verlieben sich sofort in den kleinen Racker. Da der liberale Fortschritt der Welt Patchworkfamilien jeglicher Couleur fest etabliert hat, sind sich Paul und Sali sicher, dass schwarze Eltern mit einem weißen Baby offene Türen einrennen werden. Doch als Sali beim Kinderarzt und auf dem Spielplatz stets nur für die Nanny gehalten wird und die senegalesischen Großeltern erst in eine Farbkrise und dann in eine Depression verfallen, stellen sie fest, dass die Welt doch nicht so bunt ist, wie sie dachten. Da hilft auch die misstrauische Dame vom Familienamt nicht weiter, die ihnen in den ungünstigsten Situationen auflauert, in der Hoffnung, den ultimativen Erziehungsfehler zu finden. Als eine babysittende Freundin ohne Aufenthaltserlaubnis von der Polizei mit dem Baby aufgegriffen wird, ist das Chaos perfekt.

ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist turbulentes und mit großem Herz erzähltes Komödienkino in bester französischer Tradition. Regisseur Lucien Jean-Baptiste und sein wunderbares Darstellerensemble lassen ein vielfarbiges Spektrum aus Gemeinheiten und Toleranztrainingseinheiten auf die Leinwand strahlen. ZUM VERWECHSELN ÄHNLICH ist ein gerissener Schlagabtausch zwischen den menschlichen Licht- und Schattenseiten unserer Zeit, der amüsiert, glücklich macht und aus dem großen bunten Familienalbum des französischen Kinos schon jetzt nicht mehr wegzudenken ist.

ab 13.7. im atelier am bollwerk