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Human Flow

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, um vor Hunger, Klimawandel und Krieg zu fliehen. HUMAN FLOW ist eine epische filmische Reise des international renommierten Künstlers Ai Weiwei, in der er dieser gewaltigen Völkerwanderung ein bildgewaltiges und eindrucksvolles Gesicht gibt. Der Dokumentarfilm beleuchtet das erschütternde Ausmaß dieser Bewegung ebenso wie ihre zutiefst persönlichen Auswirkungen auf den Einzelnen.

Im Verlauf eines ereignisreichen Jahres folgt der Film einer Reihe von bewegenden Geschichten von Menschen rund um die Welt durch 23 Länder, u.a. Afghanistan, Bangladesch, Frankreich, Griechenland, Deutschland, Irak, Israel, Italien, Kenia, Mexiko und Türkei. HUMAN FLOW begleitet die Menschen auf ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit, Schutz und Gerechtigkeit: von überfüllten Camps über lebensgefährliche Meeresüberquerungen zu von Stacheldraht bewehrten Grenzen; von Vertreibung und Desillusionierung zu Mut, Ausdauer und Anpassung; von der quälenden Erinnerung an das zurückgelassene Leben zu unsicheren Zukunftsaussichten.

HUMAN FLOW erscheint in einer kritischen Zeit, in der Toleranz, Mitgefühl und Vertrauen mehr denn je gebraucht werden. Der eindringliche Film ist ein Zeugnis für die Unantastbarkeit der menschlichen Würde und wirft eine der Fragen auf, die prägend für dieses Jahrhundert sein werden: Wird unsere globale Gesellschaft es schaffen, sich von Furcht, Isolation und Eigennutz zu lösen und einen Weg der Offenheit, Freiheit und des Respekts für Menschlichkeit einschlagen?

ab 16.11. im atelier am bollwerk


The Big Sick

„The Big Sick“ wirkt wie aus dem Leben gegriffen. Tatsächlich basiert das Drehbuch von Emily V. Gordon und Kumail Nanjiani auf einer wahren Liebesgeschichte, nämlich ihrer eigenen. Das verheiratete Autorenduo erzählt davon, wie eine mysteriöse Virusinfektion und Kumails konservative Einwandererfamilie den Beginn der Beziehung verkomplizierte. Im Film tritt der US-Komiker Kumail Nanjiani („So spielt das Leben“) als er selbst auf, während Zoe Kazan („Meek's Cutoff“) die Rolle der Emily übernimmt. Mit viel Feingefühl für zwischenmenschliche Nuancen inszeniert Regisseur Michael Showalter das punktgenau verfasste Skript als tragikomische Culture-Clash-Romanze, die beim Filmfestival in Sundance sehr positiv aufgenommen wurde. Als Produzent fungierte der Komödien-Guru Judd Apatow („Jungfrau (40), männlich, sucht...“), was sich im Hang des Films zur Welt der Stand-up-Comedy niederschlägt.

ab 16.11. im Delphi Arthaus Kino



Aus dem nichts

So gerne sich das deutsche Kino mit der Vergangenheit beschäftigt, kaum ein Aspekt des Dritten Reichs und inzwischen auch der DDR-Geschichte nicht filmisch behandelt wurde, so rar sind Darstellungen der politischen Gegenwart. Allein schon das Fatih Akin für seinen neuen Film „Aus dem Nichts“ als Ausgangspunkt den NSU-Anschlag in der Kölner Keupstraße nimmt, macht seinen Film, der zum Teil von unübersehbarer Wut geprägt ist, bemerkenswert. Für ihre überragende Darstellung der Frau, deren Angehörige Opfer eines Anschlages werden, erhielt Diane Kruger die Goldene Palme der Filmfestspiele 2017 als Beste Darstellerin.

ab 23.11. im atelier am bollwerk


Die Lebenden reparieren

Das Organspende-Drama der Regisseurin Katell Quillévéré, nach dem gleichnamigen, gefeierten Roman, wirft einen Blick auf ein heikles Thema. Im Mittelpunkt steht die moderne Transplantationsmedizin. Die Reise eines Spenderherzens verfolgt die 37jährige akribisch, bis hin zum chirurgisch präzisen Aufschneiden des Körpers im Operationssaal. Die damit verknüpften Schicksale, Beziehungen und Konflikte treten freilich durch derart, spektakuläre Szenen zeitweise in den Hintergrund. Ihr ergreifendes Protokoll eines viel zu frühen Todes wirkt dadurch streckenweise fast wie ein verfilmter Arztroman. Die Wucht der Verzweiflung auf der einen und Hoffnung auf der anderen Seite berührt trotzdem. Vor allem durch das exzellente Spiel der weiblichen Hauptdarstellerinnen Emanuelle Seigner und Anne Dorval.

30.11. im atelier am bollwerk


Der Mann aus dem Eis

1991 entdeckten Alpwanderer die seit etwa 5300 Jahren im Eis konservierte Leiche eines Manns. Seitdem zieht der nach dem Fundort im Ötztal getaufte und im Bozener Architekturmuseum ausgestellte „Ötzi“ Wissenschaftler, Verschwörungstheoretiker und Touristen aus aller Welt an. Rasch stieg die Gletschermumie zum Mythos auf. Dennoch dauerte es 25 Jahre, bis mit „Der Mann aus dem Eis“ ein erster Ötzi-Kinofilm produziert wurde. Für sein Abenteuer fiktionalisiert Regisseur und Autor Felix Randau die wenigen gesicherten Fakten zur Lebensweise des Eismanns mit einem etwas eindimensionalen Western-ähnlichen Racheplot. In der Titelrolle überzeugt Jürgen Vogel, der den körperlich herausfordernden Part bravourös meistert.

ab 30.11. im atelier am bollwerk