Demnächst bei uns


Belle de Jour

Séverine Sérizy (Catherine Deneuve) ist eine glücklich verheiratete Hausfrau. Nur im Bett ist sie mit ihrem Mann Pierre (Jean Sorel) nicht zufrieden. Befriedigung findet sie lediglich in ihren Tagträumen, in denen sie Fesselspielen und anderen Sadomaso-Praktiken nachgeht. Als das aber auch nicht mehr ausreicht, beginnt Séverine, nachmittags als Prostituierte zu arbeiten. Im Etablissement von Madame Anaïs (Geneviève Page) kann sie ihren erotischen Vorlieben freien Lauf lassen, ohne dass ihr Mann etwas davon weiß. Alles geht gut, bis Henri Husson (Michel Piccoli), ein Freund ihres Mannes, Séverine in dem Bordell entdeckt. Jetzt weiß sie nicht mehr, wie sie unbeschadet aus der Angelegenheit herauskommt. Außerdem ist Marcel (Pierre Clémenti), ein Kunde des Bordells, so vernarrt in sie, dass er alles dafür tut, um Séverine dauerhaft für sich zu gewinnen…

ab 20.7. im atelier am bollwerk


Die Geschichte der Liebe

Bevor der Zweite Weltkrieg in Europa ausbricht, verliebt sich der polnische Jude Léo (Mark Rendall) in seine Nachbarin Alma (Gemma Arterton) und widmet ihr sogar ein Buch. Er verspricht ihr, niemals mehr eine andere Frau zu lieben. Doch die näherkommenden deutschen Besatzer zwingen Alma und ihre Familie, in die Staaten zu flüchten. Léo hingegen bleibt zurück und muss sich verstecken. Jahrzehnte später denkt Léo (jetzt: Derek Jacobi) noch immer an seine verflossene große Liebe. Er weiß allerdings nicht, dass zur selben Zeit ein junges Mädchen in New York über das Manuskript seines Werks stolpert: Die erst 15-jährige Alma (Sophie Nélisse) wurde nach einer Figur aus dem Buch benannt – einem Buch, das Léo vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben hatte. So sind Almas und Leos Schicksale verbunden…

ab 20.7. im atelier am bollwerk


Paradies

Das kollektive Gedächtnis lässt nach. Umso wichtiger scheint, es an den barbarischen Horror des Holocaust zu erinnern. Auch der große russische Autorenfilmer Andrei Konchalovsky versucht in seiner preisgekrönten Schwarz-Weiß-inszenierten Parabel über die NS-Gräuel die Erinnerung daran wach zu halten. Stilistisch radikal verknüpft er brillant die Schicksale seiner drei Protagonisten: Der russischen Adeligen und Widerstandskämpferin Olga, des französischen Kollaborateurs des Vichy-Regimes Jules, und des preußischen SS-Offiziers Helmut. Vor allem die unverhohlene Idealisierung der NS-Ideologie durch den jungen Nazi, der vor einer Art göttlicher Filmkamera sein Handeln rechtfertigt, wirkt erschreckend authentisch.

ab 27.7. im Delphi Arthaus Kino


The Party

Es war die mit Abstand beste Party der Berlinale: In 71 höchst kurzweiligen Minuten zündet Sally Potter ein cineastisches Feuerwerk vom Feinsten (und das in Schwarz-Weiß!). Die künftige Ministerin im Schattenkabinett lädt ihre besten Freunde zur intimen Feier ins traute Heim. Doch das Fest gerät unerwartet zum Fiasko. Kleine Geheimnisse und große Lebenslügen fliegen den Gästen immer schneller um die Ohren. Ein exzellentes Ensemble zelebriert die schillernden Figuren samt ihrer funkelnden Dialoge mit spürbarem Vergnügen. Dass die Bären-Jury daran kein Gefallen fand, lässt sie in die Ignoranten-Liga der „Erdmann“-Trottel von Cannes absteigen. Das Publikum dürfte da abermals klüger entscheiden - wie bereits schon die „Gilde Filmpreis“-Juroren.

ab 27.7. im Delphi Arthaus Kino


Die göttliche Ordnung

Bis in die frühen siebziger Jahre waren Frauen in der Schweiz vom Wahlrecht ausgeschlossen - in einigen Kantonen sogar bis in das Jahr 1990. Entlang dieser historischen Tatsache entwickelte die Schweizer Filmregisseurin Petra Volpe eine hintersinnige, ironische und bisweilen sehr berührende Tragikomödie, die in ihrer Heimat mit Preisen und auf dem Tribeca-Filmfestival mit dem begehrten Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Ein Film über starke Frauen, aber kein klassischer Frauenfilm. In seiner Stimmung und Dramaturgie erinnert „Die göttliche Ordnung“ vielmehr an eine Coming-of-Age-Geschichte.

ab 3.8. im atelier am bollwerk


Final Protrait

Im Jahr 1964 ist Alberto Giacometti (Geoffrey Rush) einer der bedeutendsten Maler und Bildhauer in Europa. Dementsprechend geschmeichelt fühlt sich sein guter Freund, der junge Schriftsteller und Kunstliebhaber James Lord (Armie Hammer), als er gefragt wird, ob er für das neue Porträt des Meisters Modell sitzen will. Doch Lord muss schnell feststellen, dass das Modellsitzen wesentlich länger dauert als erwartet, denn Giacomettis Schaffensprozess ist zwar manchmal faszinierend und intensiv, aber genauso oft auch völlig chaotisch und irritierend. So zieht sich die Entstehung des Bildes über Wochen hin, weil der ebenso anspruchsvolle wie exzentrische Maler seine Fortschritte immer wieder rückgängig macht, sich gerade nicht in Stimmung fühlt oder anderweitig beschäftigt ist – etwa mit seiner Geliebten Caroline (Clémence Poésy) oder seiner Gattin Annette (Sylvie Testud).

ab 3.8. im atelier am bollwerk


Das Gesetz der Familie

Ein besonderes Vater-Sohn-Verhältnis steht im Zentrum von Adam Smiths packender Außenseiter-Geschichte „Das Gesetz der Familie“. Michael Fassbender und Brendan Gleeson übernahmen die Rollen der beiden Generationen, deren Entfremdung zu immer größeren Anspannungen führt. Schließlich droht die verschworene Gemeinschaft, an einem geplanten Raub auseinander zu brechen. Gleeson als patriarchalisches Clan-Oberhaupt und Fassbender als lange Zeit folgsamer „Thronfolger“ liefern sich in Smiths Spielfilmdebüt ein sehenswertes Duell.

ab 3.8. im Delphi Arthaus Kino


Grießnockerlaffäre

Skurrile Typen, schwarzer, staubtrockener Humor, niederbayerischer Charme und ein verzwickter Fall. Der vierte bayerische Heimatkrimi nach der Vorlage von Bestsellerautorin Rita Falk entfaltet erneut ein hinreißendes Panoptikum von authentischen Charakteren. Sebastian Bezzel und Simon Schwarz bekommen es als Ermittler-Duo Eberhofer und Birkenberger diesmal mit Mord in den eigenen Reihen zu tun. Währenddessen bandelt Oma Eberhofer mit ihrer alten Jugendliebe an - auf Kosten kulinarischer Vielfalt. Die brillante österreichisch-bayerische Schauspielriege wird diesmal noch durch Nora Waldstätten und dem legendären Theater- und Filmstar Branko Samarovski bereichert. Bestes Kino aus Bayern, das sein Publikum mit Herz und Dialekt erreicht.

ab 3.8. im atelier am bollwerk


Dalida

Sie war eine der größten Chansonsängerinnen Frankreichs. Und trotzdem zutiefst unglücklich. Sie hatte einen Hit nach dem anderen. Doch bei den Männern hatte sie kein Glück: Dalida. Die Filmbiographie von Regisseurin Lisa Azuelos zeichnet nun ihr bewegtes, viel zu kurzes Leben nach, mit allen Höhen und Tiefen, mit allen Erfolgen und Niederschlägen. Ein packendes, anrührendes Porträt einer aufregenden Frau, die von Titeldarstellerin Sveva Alviti perfekt verkörpert wird.

ab 10.8. im atelier am bollwerk


Helle Nächte

Michael, Bauingenieur in Berlin, erhält die Nachricht vom Tod seines Vaters, der sich vor langer Zeit in die Einsamkeit des nördlichen Norwegens zurückgezogen hatte. Er überredet seinen 14jährigen Sohn Luis, zu dem er seit der Trennung von der Mutter nur sporadischen Kontakt hat, mit zum Begräbnis zu fahren. Michael nutzt die Reise, um nach dem Begräbnis ein paar Urlaubstage mit Luis in der einsamen Berglandschaft Norwegens zu verbringen. Aber diese erste gemeinsame Reise gestaltet sich schwieriger als erwartet. Der tägliche Umgang miteinander ist für beide ungewohnt, und Luis’ Argwohn gegen den Vater sitzt tief. In diesen längsten Tagen des Sommers, an denen es nie wirklich dunkel wird, setzt Michael alles daran, den Kreislauf der Wiederholungen zu durchbrechen.

ab 10.8. im Delphi Arthaus Kino


Der Stern von Indien

Die britisch-bengalische Regisseurin Gurinder Chadha („Bend it like Beckham“) verfilmt mit ihrem opulenten, erhellenden Historienepos über die blutige Teilung Indiens nicht nur bewegend ihre Familiengeschichte. Ihr spannendes, sinnliches Erzählkino blickt hinter die Kulissen. Klar zeigt ihr Gesellschaftsporträt das skrupellose Ränkespiel im Auftrag Churchills, der dem Empire mit der willkürlichen Grenzziehung in einen Hindu- und einen Muslimstaat den Zugang zum Öl der Golfstaaten sichern wollte. Geschichtsschreibung von unten, die sich gegen offizielle Versionen auflehnt.

ab 10.8. im atelier am bollwerk


Der Wein und der Wind

Es ist Spätsommer im Burgund und die Weinernte steht bevor. Der dreißigjährige Jean (Pio Marmaï) kehrt nach vielen Jahren der Funkstille auf das idyllische Familienweingut zurück. Sein Vater liegt im Sterben und seine Geschwister Juliette (Ana Girardot) und Jérémie (François Civil), die das Gut in der Zwischenzeit aufrechterhalten haben, können jede Unterstützung gebrauchen.

So wie sich jedes Erntejahr nach den Jahreszeiten richtet, erkennen die Geschwister, dass manch offene Wunden auch über die Jahre hinweg nicht heilen. Gemeinsam müssen sie entscheiden, ob die Familientradition weitergeführt werden soll oder jeder seinen eigenen Weg geht...

ab 10.8. im atelier am bollwerk


Die Reifeprüfung

Kurz vor seinem 21. Geburtstag hat Benjamin Braddock (Hoffman) plötzlich keine Ahnung mehr, was er mit seinem Leben anfangen soll, wenngleich ihm eigentlich alle Türen offen stehen - das College konnte er mit Auszeichnung abschließen und reiche Eltern (William Daniels, Elisabeth Wilson) hat er zudem. Aber Benjamin ist schüchtern, weswegen er sich auch nur widerwillig auf eine Affäre mit der reifen, verheirateten Mrs. Robinson (Anne Bancroft) einlässt. Die Robinsons sind die besten Freunde der Braddocks, doch das stört Mrs. Robinson nicht weiter. Sie will sich mit Benjamin im Bett ihre Langeweile vertreiben. Erst als der sich unsterblich in Elaine (Katharine Ross) - die Tochter der Robinsons - verliebt, werden die Dinge komplizierter...

ab 3.8. im atelier am bollwerk