Demnächst bei uns



Dogman

Nachdem er in „Das Märchen der Märchen“ für einen Film in ganz andere Welten abgetaucht war, kehrt der italienische Regisseur Matteo Garrone mit seinem Cannes-Wettbewerbsbeitrag „Dogman“ in bekannte Gefilde zurück: Den italienischen Süden, wo Armut und die Mafia herrschen und sein Held, ein Hundefrisör, sich standhaft aber vergeblich bemüht, den Fängen der Unterwelt zu entkommen. Ein harsches Drama, dicht und stark gespielt.

ab 18.10. im Delphi Arthaus Kino


The Guilty

Die Notrufzentrale der Polizei stellt man sich gewiss nicht als den Schauplatz eines spannenden, psychologischen Thrillers vor. Doch genau hier spielt Gustav Möllers „The Guilty“, der ausschließlich den Polizisten Asger zeigt, der am Telefon eine Notlage lösen will – und dabei nach und nach seine eigene ambivalente Moral offenbart. Ein bemerkenswertes, dichtes, vielschichtiges filmisches Experiment.

ab 18.10. im atelier am bollwerk


Champagner & Macarons - Ein unvergessliches Gartenfest

Die französische Regisseurin und Schauspielerin Agnès Jaoui lässt auf einer Promi-Gartenparty bei Paris die unterschiedlichsten Charaktere aufeinandertreffen: aufstrebende Autorinnen, erfolgreiche Youtuber, abgehalfterte TV-Stars, Influencer und egozentrische Medienschaffende. Mit ihren schrägen Figuren und vielen Nebenhandlungen kreiert sie eine bissige, medienkritische Komödie, die der wohlhabenden Bussi-Bussi-Gesellschaft radikal den Spiegel vorhält.

ab 18.10. im atelier am bollwerk


Nanouk

In gewaltigen, ruhigen Bildern wird eine einfache Geschichte erzählt. Sie handelt vom Leben in der Eiswüste Jakutiens. Ein altes Ehepaar steht im Mittelpunkt, das immer noch den Ritualen seines Volkes verbunden ist. Doch ihre Welt verändert sich. Das Wissen um die Endlichkeit des Daseins als größte Herausforderung des Menschen: Den Untergang des Lebens mit und in der Natur hält Milko Lazarov in faszinierenden Cinemascope-Aufnahmen fest und schafft eine poetische Atmosphäre unwirklicher Schönheit. Seine Geschichte ist ein Märchen aus der Vergangenheit, das von der Realität der Gegenwart eingeholt wird. Das ist faszinierendes, ganz wunderbar kunstvolles Kino - wie geschaffen für die große Leinwand. Ein Traum von einem Film!

ab 18.10. im Delphi Arthaus Kino


Der Vorname

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan (Christoph Maria Herbst) und seine Frau Elisabeth (Caroline Peters) in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas (Florian David Fitz) verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna (Janina Uhse) ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René (Justus von Dohnányi) bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Starke Egos geraten aneinander, Eitelkeiten werden ausgespielt und der Abend eskaliert: die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

ab 18.10. im atelier am bollwerk


Naomis Reise

Naomi, 20, lebt mit ihren kleineren Geschwistern in Peru ein einfaches Leben. Nur die große Schwester lebt das scheinbare Glück, verheiratet in Deutschland. Aber dann ist sie tot, ermordet von ihrem deutschen Ehemann. Naomi ist wie betäubt. Die Mutter nach Deutschland zu begleiten, ins Land der Tat, ist das Letzte, was sie sich vorstellen kann. Und dann tut sie es doch und nimmt als Nebenklägerin am Prozess in Berlin teil.

ab 18.10. im atelier am bollwerk


Der Affront

An einem heißen Sommernachmittag in Beirut gerät Toni mit Yasser in eine heftige Auseinandersetzung über ein illegal montiertes Abflussrohr an Tonis Balkon. Toni ist Mechaniker, Christ und gebürtiger Libanese. Yasser ist Vorarbeiter am Bau und palästinensischer Flüchtling. Im Eifer des Gefechts lässt Yasser sich zu einer Beschimpfung hinreißen, die alles verändert. Als Toni, arrogant und hitzköpfig, Yassers halbherzige Entschuldigung ablehnt und stattdessen diesen beleidigt eskaliert der Streit und landet vor Gericht.

Er weitet sich zur gleichnishaften Kettenreaktion vor einem Abgrund aus verletzter Ehre und religiösem Eifer aus. Während die Anwälte streiten, während sich allmählich die Medien einmischen, während am Ende rechte Libanesen und palästinensische Flüchtlinge auf den Straßen randalieren, lernt man Yasser und Toni näher kennen. Mit dem genauen Blick auf diese beiden Männer wird aus DER AFFRONT mehr als eine spannendende Parabel über Ursache und Wirkung oder über die Auswüchse männlicher Egos – der Film zeigt die Traumata eines Landes und seiner Bewohner, die aus der Vergangenheit heraus bis in die Gegenwart wirken.

ab 25.10. im atelier am bollwerk


Projekt: Antarktis

Tim, Michael und Dennis sind Künstler, Fotografen und Filmemacher. Sie haben ein Ziel: in die Antarktis reisen, das Abenteuer mit der Kamera festhalten und daraus einen Kinofilm machen. Für dieses Ziel sind sie bereit, alles auf eine Karte zu setzen. Ohne Produktionsfirma und konkreten Abnehmer, dafür aber mit ganz viel Unvernunft und zwei Jahren unbezahlte Investitionszeit machen sie sich auf dem Weg in die Antarktis. Nur so können sie herausfinden, ob man wirklich alles erreichen kann, wenn man es nur stark genug will. Ihre Reise möchten sie mit allen Höhen und Tiefen festhalten. Doch bevor es überhaupt richtig losgeht, stehen sie vor einem riesengroßen Tief. Denn in Buenos Aires beschlagnahmt der Zoll ohne Angabe von Gründen ihr komplettes antarktistaugliches Equipment. Die jungen Männer lassen sich von diesem Rückschlag aber nicht entmutigen…

ab 25.10. im Delphi Arthaus Kino


Sorry Angel

Liebe in Zeiten von Aids, darum geht es in Christoph Honorés Film „Sorry Angel“, der 1993 spielt, als die Krankheit noch meist ein Todesurteil war. Zwei unterschiedliche Charaktere treffen aufeinander: Ein älterer, etwas desillusionierter Mann und ein junger Typ, der erst am Anfang der Entdeckung seiner Homosexualität steht. Das Thema Aids schwingt zwar ständig mit, doch ist „Sorry Angel“ weniger tragisch als berührend und tief empfunden.

ab 25.10. im Delphi Arthaus Kino


Bohemian Rhapsody

Im Jahr 1970 gründen Freddie Mercury (Rami Malek) und seine Bandmitglieder Brian May (Gwilym Lee), Roger Taylor (Ben Hardy) und John Deacon (Joseph Mazello) die Band Queen. Schnell feiern die vier Männer erste Erfolge und produzieren bald Hit um Hit, doch hinter der Fassade der Band sieht es weit weniger gut aus: Freddie Mercury, der mit bürgerlichem Namen Farrokh Bulsara heißt und aus dem heutigen Tansania stammt, kämpft mit seiner inneren Zerrissenheit und versucht, sich mit seiner Homosexualität zu arrangieren. Schließlich verlässt Mercury Queen um eine Solokarriere zu starten, doch muss schon bald erkennen, dass er ohne seine Mitstreiter aufgeschmissen ist. Obwohl er mittlerweile an AIDS erkrankt ist, gelingt es ihm, seine Bandmitglieder noch einmal zusammenzutrommeln und beim Live Aid einen der legendärsten Auftritte der Musikgeschichte hinzulegen…

ab 31.10. im atelier am bollwerk


Der Trafikant

Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Robert Seethaler: Ein 17-jähriger Bub kommt 1937 von der langweiligen Provinz in die quirlige Großstadt Wien, um in einem Tabakladen – Trafik auf österreichisch – als Lehrling zu arbeiten. Er lernt nicht nur die Liebe in Gestalt einer schönen, aber flatterhaften Böhmin kennen, sondern auch den alten Sigmund Freud. Doch dann kommen die Nazis, und mit ihnen wird sich alles verändern. Detailfreudig ausgestattete, mit genauem Gespür für die Zeit inszenierte Literaturverfilmung, die vom Coming-of-Age und einer großen Freundschaft erzählt. In den beiden Hauptrollen einfühlsam gespielt.

ab 1.11. im atelier am bollwerk


Touch me not

Völlig überraschend wurde Adina Pintilies „Touch Me Not“ bei der diesjährigen Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet, eine Auszeichnung der Jury um Tom Tykwer, die teils mit Begeisterung, teils mit Unverständnis und Entsetzen bewertet wurde. Diese vielfältigen Urteile sind in jedem Fall ein Zeichen dafür, dass es Pintilie in ihrem ersten Langfilm gelungen ist, das universelle Thema Sexualität auf ungewöhnliche, provokante und spannende Weise anzugehen.

ab 1.11. im atelier am bollwerk


An den Rändern der Welt

Naturfotograf und Greenpeace-Aktivist Markus Mauthe hat sich aufgemacht, um die „Ränder der Welt“ zu bereisen – also Orte, die (noch) fernab der Zivilisation liegen und von den letzten indigenen Gemeinschaften bewohnt werden. Doch auch dort sind bereits die Auswirkungen der Globalisierung spürbar, Umweltverschmutzung und Urbanisierung bedrohen den Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen. Bevor auch diese Ecken der Welt und die Kulturen ihrer Bewohner zerstört werden, will Mauthe sie noch einmal mit der Kamera festhalten und ihre Schönheit für Kino- und Vortragsbesucher auf der ganzen Welt sichtbar machen. Dafür hat er sich auf seinen Reisen durch Afrika, Amerika und Asien und seinen Besuchen bei indigenen Völkern wie den Indios im brasilianischen Mato Grosso und den Seenomaden in Malaysia von einem Filmteam begleiten lassen.

ab 1.11. im Delphi Arthaus Kino


Aufbruch zum Mond

Biopic über Neil Armstrong (Ryan Gosling), den ersten Mann auf dem Mond. Behandelt wird darin die Zeit von 1961 bis zur Mondlandung im Jahr 1969. Neben den Bemühungen der NASA, einen Menschen auf den Mond zu bringen, stehen auch die Strapazen, die eine solche Pionier-Mission mit sich bringt, im Fokus – für Armstrong selbst, aber vor allem auch für seine Frau Janet (Claire Foy) und seine Familie.

ab 8.11. im Delphi Arthaus Kino


#FEMALE PLEASURE

Die #meToo-Debatte trat eine breite Diskussion über Sexismus und Machtmissbrauch los. Jenseits von Hollywood fällt die globale Unterdrückung von Frauen durch Religionen freilich gravierender aus. Davon erzählen stellvertretend fünf Frauen aus fünf Glaubensrichtungen. Bei der strukturellen Zweiklassen-Gesellschaft von Mann und Frau sind sich die Fundamentalisten des Islam, des Judentums oder der katholischen Kirche erschreckend ähnlich. Die Geschichten der fünf Protagonistinnen klingen erschütternd - und ermutigend zugleich: Denn diese Heldinnen wollen sich ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht kampflos nehmen lassen. Eine der ganz wichtigen Dokumentationen in diesem Kinojahr, die auf großes Zuschauerinteresse stoßen dürfte - wie beim Festival von Locarno bereits zu erleben war.

ab 8.11. im atelier am bollwerk


Leto

Der Name Viktor Tsoi dürfte den meisten deutschen ebenso wenig bekannt sein, wie die Musikszene Leningrads in den 80er Jahren. Was diese Zeit, diese Personen für die damals jungen Sowjetbürger bedeutete, kann man also nur erahnen, zumal sie Kiril Serebrennikov in seinem Film „Leto“ nicht in Worten erklärt. Doch die Bilder und Emotionen, mit denen er diese Zeit evoziert, könnten lebendiger und leidenschaftlicher nicht sein und machen dieses melancholische, mitreißende Künstlerporträt so bemerkenswert.

ab 8.11. im atelier am bollwerk


In my Room

Letztes Jahr feierte Valeska Grisebachs „Western“ in der Cannes-Nebenreihe Un Certain Regard Premiere, in diesem Jahr war dort Ulrich Koehlers „In My Room“ zu sehen. Vielleicht ein gutes Omen für einen Film, der im Ansatz dystopische Genre-Muster benutzt, damit jedoch eine klassische Generationengeschichte erzählt.

ab 8.11. im Delphi Arthaus Kino