Demnächst bei uns








Neruda

Der chilenische Regisseur Pablo Larraín (Oscar-nominiert für ¡NO! und Großer Preis der Jury Berlinale für EL CLUB) blickt zurück auf die 1940er Jahre, als der chilenische Dichter und Literaturnobelpreisträger Pablo Neruda in seiner Heimat verfolgt wird. Sein Anti-Biopic verblüfft als Kriminalfilm mit Noir-Anleihen und - gewöhnungsbedürftigem - lakonischen Humor. Vor allem die beiden Hauptdarsteller Gael García Bernal und Luis Gnecco stehen im Vordergrund in diesem illustren Katz-und-Maus Spiel zwischen der Staatsmacht und dem berühmten antifaschistischen Poeten im Untergrund.

ab 23.02. im Delphi Arthaus Kino


Lion - Der lange Weg nach Hause

Kürzlich bemängelte eine isländische Aktivistin, dass ihr Heimatland bei Google Earth nicht vertreten ist, hierzulande aktualisiert Google den 2006 gelaunchten Internetdienst gar nicht mehr, weil es zu viele Einsprüche hagelte. Wie auch immer man zu der Software steht, die die Erde mit Satelliten- und Luftbildern in hoher Auflösung kartographiert und online „erfahrbar“ macht, ihre Nützlichkeit für Reiseplanungen und anderes ist offenkundig. Davon kann der Inder Saroo Brierley berichten, der als Kind verloren ging und sein Heimatdorf 20 Jahre später via Google Earth-Recherche wieder fand. Sein 2014 veröffentlichter autobiographischer Bestseller „A Long Way Home“ (dt.: „Mein langer Weg nach Hause“) dient nun dem eindringlichen Drama „Lion“ als Vorlage, das nach der Premiere beim Toronto Filmfestival 2016 vier Golden Globe-Nominierungen einheimste und als Mitfavorit bei der kommenden Oscarverleihung gilt. "Lion" ist ein berührender, angenehm klischeefreier und hervorragend besetzter Film über einen Menschen auf der Suche nach seinen Wurzeln.

ab 23.02. im atelier am bollwerk


Tour de France

„Tour de France“, der zweite Spielfilm von Rachid Djaïdani, der ansonsten eher als Autor und Dokumentarfilmer bekannt ist, schickt ein ungewöhnliches Duo auf Frankreichreise. Serge Desmoulins, gespielt von Gérard Depardieu, ist ein sturköpfiger, rassistischer, kleinbürgerlicher Tischler mit einer Passion für den französischen Hafenmaler des 18. Jahrhunderts Claude Joseph Vernet. Far’Hook, gespielt vom Rapper Sadek, ist ein eher introvertierter Pariser Hip Hopper, der eine Weile untertauchen muss. Durch eine Verkettung von Umständen finden sich die beiden auf einer Rundreise durch die französischen Hafenstädte wieder, die Vernet gemalt hat.

ab 2.3. im Delphi Arthaus Kino


Neo Rauch - Gefährten und Begleiter

Der gebürtige Leipziger Neo Rauch gilt als einer der erfolgreichsten Maler seiner Generation, dessen Bilder maßgeblich von seiner eigenen Lebensgeschichte und insbesondere seiner Kindheit in der DDR geprägt sind. Heimat ist überhaupt ein zentrales Thema für den Künstler, der sich selbst nie weit von ihr entfernt hat. Heute werden seine Werke von Sammlern aus aller Welt gekauft, ganz gleich ob Südkorea, Russland, den USA oder Israel. Doch was macht seine Malereien, in deren Motiven nur wenig Hoffnung und Glück vorzufinden sind, aus? Dokumentarfilmerin Nicola Graef will der geheimnisvollen Aura von Rauchs Bildern auf die Spur gehen. Dabei kommt nicht nur Rauch selbst zu Wort, sondern auch seine zahlreichen Bewunderer und wichtige Wegbegleiter wie seine Frau Rosa Loy, die ihn seit jeher unterstützen.

ab 02.03. im atelier am bollwerk


Der junge Karl Marx

Paris, 1844, am Vorabend der industriellen Revolution: der 26-jährige Karl Marx (August Diehl) lebt mit seiner Frau Jenny (Vicky Krieps) im französischen Exil. Als Marx dort dem jungen Friedrich Engels (Stefan Konarske) vorgestellt wird, hat der notorisch bankrotte Familienvater für den gestriegelten Bourgeois und Sohn eines Fabrikbesitzers nur Verachtung übrig. Doch der Dandy Engels hat gerade über die Verelendung des englischen Proletariats geschrieben, er liebt Mary Burns, eine Baumwollspinnerin und Rebellin der englischen Arbeiterbewegung. Engels weiß, wovon er spricht. Er ist das letzte Puzzlestück, das Marx zu einer rückhaltlosen Beschreibung der Krise noch fehlt. Marx und Engels haben denselben Humor und ein gemeinsames Ziel, sie können sich hervorragend miteinander betrinken, und sie respektieren und inspirieren sich als Kampfgefährten. Zusammen mit Jenny Marx erarbeiten sie Schriften, die die Revolution entzünden sollen.
Die sozialen und politischen Krisen brodeln, doch die Intellektuellen in Deutschland und Frankreich reagieren nur mit ausflüchtender Rhetorik. Marx und Engels wollen nicht mehr nur Theorie, sondern Wirklichkeit, sie wollen den Massen ein neues Weltbild geben. Doch dafür müssen sie die Arbeiterbewegung hinter sich bringen – nicht so leicht, denn mit ihrer jugendlichen Anmaßung stoßen Marx und Engels so manchen gestandenen Revolutionär vor den Kopf. Trotz Zensur, Polizeirazzien und internen Machtkämpfen lassen sie nicht nach in ihren Versuchen, eine neue Vision von menschlicher Gemeinschaft zu formulieren.

DER JUNGE KARL MARX ist großes historisches Kino über die Begegnung zweier Geistesgrößen, die die Welt verändern und die alte Gesellschaft überwinden wollten. In großen Bildern und mit viel Sensibilität erzählt Regisseur Raoul Peck die Entstehungsgeschichte einer weltbekannten Idee, als Porträt einer engen Freundschaft. Ihm gelingt ein so intimer wie präziser Blick in die deutsche Geistesgeschichte, die durch zwei brillante und gewitzte Köpfe seit der Renaissance nicht mehr so grundlegend erschüttert wurde.

ab 02.03. im Delphi Arthaus Kino


Die Frau im Mond - Erinnerung an die Liebe

In ihrem Dorf gilt sie als verrückt, die Eltern glauben sie gebändigt, als sie ihre Tochter dem auf ihrem Hof in der Provence als Erntehelfer arbeitenden spanischen Exilanten José zur Frau geben. Doch in Gabrielle lodert ein Feuer, das eines Tages wie aus heiterem Himmel wieder ausbricht. Nicole Garcia hat den Roman „Die Frau im Mond“ von Milena Agus frei adaptiert und aus der sardischen in die französische und schweizerische Landschaft verpflanzt. Marion Cotillard begeistert in dem für acht Césars nominierten Drama als eine von unerfüllten Leidenschaften und Sehnsüchten erdrückte Frau.

ab 2.3. im atelier am bollwerk


Wilde Maus

Georg (Josef Hader), etablierter Musikkritiker im Feuilleton einer Wiener Zeitung, verlangt eine Sonderbehandlung. Schließlich ist er ein Ass auf seinem Gebiet! Doch auch Asse sind nicht unantastbar: Das lernt Georg, als ihm von seinem Chef (Jörg Hartmann) wegen Sparmaßnahmen gekündigt wird. Seiner Frau Johanna (Pia Hierzegger) erzählt der gefeuerte Redakteur nichts vom Rauswurf, aber sie ist ohnehin nur damit beschäftigt, den nächsten Eisprung abzuwarten und ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Georg sinnt indes auf Rache an seinem Ex-Chef und findet im ehemaligen Mitschüler Erich (Georg Friedrich) einen Komplizen. Die nächtlichen Rachefeldzüge fangen mit kleinen Sachbeschädigungen an, steigern sich schnell zum ausgewachsenen Terror und gefährden bald Georgs sorgsam aufgebaute bürgerliche Existenz…

ab 09.03. im atelier am bollwerk


Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand

Erst ein Jahr ist seit dem letzten Abenteuer von Allan Karlsson (Robert Gustafsson) vergangen. Jetzt genießt der alte Mann mit seinen Freunden ein traumhaft schönes Leben an den Stränden von Bali. Doch der verschwenderische Lebensstil macht sich ohne Rücksicht auf Verluste bemerkbar, als pünktlich zu Allans 101. Geburtstag das Geld knapp wird. Zur Feier wird wenigstens die letzte Flasche Folk Soda geöffnet, die Allan noch aus alten Spionagezeiten übrig hatte und die einst die sowjetische Antwort auf Cola und Rockmusik werden sollte. Der Genuss bringt Allan auf eine neue Idee: Während einige seiner Freunde beschließen, in die Heimat zurückzukehren, begeben sich Allan, Julius (Iwar Wiklander), Pike (Jens Hultén) und das kleine Äffchen Erlander auf die Suche nach dem Rezept des schmackhaften Getränks. Ihre Reise bleibt allerdings nicht unbemerkt und schon bald schaltet sich sogar der amerikanische Geheimdienst ein…

ab 16.3. im atelier am bollwerk



Bauer unser

Nach „We feed the World“ und „More than Honey“ präsentiert der österreichische Produzent Helmut Grasser abermals eine gekonnt kritische Doku, diesmal über die drängenden Probleme der Landwirtschaft. Die Bilanz der gut beobachteten Bestandsaufnahmen von idealistischen Biobauern über mächtige Funktionäre und ausgewiesnen Experten bis zu konventionellen Erzeugern fällt eindeutig aus: So kann es nicht weitergehen! Das Thema geht alle an - und scheint tatsächlich viele zu interessieren. In seiner Heimat lockte die Doku bereits über 60.000 Zuschauer in die Kinos: Bauer sucht Zukunft!

ab 23.03. im Delphi Arthaus Kino


Der Himmel wird warten

Sylvie (Clotilde Courau) und ihre Tochter Mélanie (Naomi Amarger) haben ein enges Verhältnis. Die beiden können über alles miteinander reden, egal, ob es um Jungs, Kleidung oder die Schule geht. Doch Mélanie entfernt sich von Sylvie, nachdem sie im Internet einen Jungen kennengelernt hat. Er schmeichelt ihr mit Komplimenten, spricht mit ihr über Religion – bis die junge Frau nach Syrien geht, um Terroristin zu werden. Catherine (Sandrine Bonnaire) und Samir (Zinedine Soualem) erleben Ähnliches: Mit ihrer 17-jährigen Tochter Sonia (Noémie Merlant) waren sie eine glückliche Familie – bis plötzlich ihr Haus gestürmt und die Teenagerin festgenommen wird. Denn wie sich herausstellt, hatte sie einen Anschlag geplant, um ihrer Familie einen „Platz im Paradies“ zu sichern. Sylvie und Catherine, beide erschüttert von den Entscheidungen ihrer Töchter, wollen Mélanie und Sonia überzeugen, ein Leben ohne Hass und Selbstzerstörung zu wählen…

ab 23.03. im atelier am bollwerk


A United Kingdom

Mit ihrem herausragenden romantischen Drama erzählt Regisseurin Amma Asante engagiert die wahre, kaum bekannte Geschichte von Prinz Seretse Khama, dem späteren Präsidenten von Botswana, und Ruth Williams, einer weißen Britin. Ihre Liebe trotzt in Zeiten rassistischer Apartheidpolitik dem kolonialistischen britischen Empire und schafft ein Klima der Toleranz. Mit seiner gemeinsamen Kraft schreibt das sympathische, bescheidene Paar selbst Geschichte. In jeder einzelnen Szene dieses überwältigenden historischen Gefühlskinos herrscht eine berührende Spannung, exzellent getragen von den beiden Hauptdarstellern David Oyelowo („Selma“) und Rosemund Pike („Gone Girl“).

ab 30.03. im atelier am bollwerk